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DE-ÖKO-037

24.06.26

Permakultur-Anbauplan: gute Nachbarn, schlechte Nachbarn in der Mischkultur

Wer sich schon einmal an einem Gemüsebeet versucht hat, weiß ein Lied davon zu singen: Einige Pflanzen können einfach nicht miteinander. Das ist bei uns Menschen ja nicht anders. Bei Pflanzen hat es jedoch fast symbiotische Funktionen. Manche begünstigen sich gegenseitig, halten Schädlinge fern, locken Nützlinge an oder helfen über Hummeln und Bienen bei der Bestäubung.

In der Permakultur setzt man neben der Mischkultur auf einen dauerhaft bedeckten Boden, möglichst das ganze Jahr. So dürfen auch Kräuter mit ins Beet einziehen, und Sträucher, Stauden und Bäume stehen in nächster Nähe. Damit das funktioniert, lohnt sich ein durchdachter Anbauplan, der die Nachbarschaften berücksichtigt. Dieser Beitrag liefert dir genau das: eine ausführliche Tabelle mit guten und schlechten Nachbarn sowie alles, was du für deinen eigenen Permakultur-Anbauplan brauchst. Wie du das passende Beet dazu anlegst, liest du in unserem Grundlagenartikel zum Permakultur-Garten anlegen.

In Kürze

  • Mischkultur bedeutet, Pflanzen so zu kombinieren, dass sie sich gegenseitig fördern statt behindern.
  • Die Tabelle weiter unten zeigt für über 30 Gemüse, Kräuter und Beeren die guten und schlechten Nachbarn auf einen Blick.
  • Faustregel: Eng verwandte Pflanzen (etwa Nachtschattengewächse wie Tomate, Paprika, Kartoffel) sind meist schlechte Nachbarn, weil sie dieselben Krankheiten und Schädlinge teilen.
  • Kräuter und Blumen wie Basilikum, Dill, Ringelblume oder Kapuzinerkresse sind wertvolle Helfer im Beet.
  • Auch Obstbäume und Beerensträucher lassen sich nach demselben Prinzip kombinieren, zum Beispiel als Gilde rund um einen Apfelbaum.
  • Vertraue der Beobachtung: Quellen widersprechen sich manchmal, dein Garten gibt dir am Ende die zuverlässigste Antwort.

Was ist ein Permakultur-Anbauplan und warum Mischkultur?

Ein Anbauplan ist im Grunde die Landkarte für dein Beet: Er legt fest, welche Pflanzen wann und neben welchen Nachbarn wachsen. In der Permakultur denkst du dabei nicht in Reihen einer einzigen Sorte, sondern in Gemeinschaften, die sich ergänzen.

Der Nutzen ist vielfältig. Gute Nachbarn schützen sich gegenseitig vor Schädlingen, verbessern die Bodenstruktur oder spenden Schatten, und sie nutzen den Platz besser aus. Hilfreich ist es, dabei auf den Nährstoffbedarf zu achten und Starkzehrer (wie Tomate, Kürbis oder Kohl) mit Schwachzehrern (wie Salat, Radieschen oder Kräutern) zu kombinieren. Auch die Wurzeltiefe spielt eine Rolle: Tiefwurzler und Flachwurzler kommen sich unter der Erde nicht in die Quere. So entsteht kein Ernteausfall, und die Beete regulieren sich innerhalb einer Saison meist von allein.

Gute Nachbarn, schlechte Nachbarn: die große Mischkultur-Tabelle

Die folgende Übersicht hilft dir bei der Planung deiner Beete. Sie deckt die gängigsten Gemüse ab. Da sich verschiedene Quellen bei einzelnen Kombinationen unterscheiden, verstehe die Angaben als gut erprobte Orientierung, nicht als starres Gesetz.

PflanzeGute NachbarnSchlechte Nachbarn
AubergineBohnen, Spinat, Salat, Radieschen, Kohlarten, Topinambur, Basilikum, Thymian, RingelblumeTomaten, Kartoffeln, Paprika, Erbsen, Rote Bete, Gurken, Zucchini, Fenchel
BasilikumTomaten, Paprika, Gurken, Zucchini, Auberginegilt als breit verträglich, mag aber keine Staunässe
BlumenkohlRote Bete, Sellerie, Spinat, Buschbohnen, Erbsen, Gurkenandere Kohlarten, Knoblauch, Zwiebeln, Erdbeeren
BrokkoliSalat, Spinat, Sellerie, Buschbohnen, Erbsen, Tomaten, Rote Bete, Dillandere Kohlarten, Knoblauch, Zwiebeln, Erdbeeren, Kohlrabi
BuschbohnenGurken, Tomaten, Kartoffeln, Kohl, Kohlrabi, Erdbeeren, Mangold, Salat, Radieschen, Rote Bete, Sellerie, BohnenkrautPaprika, Lauch, Schnittlauch, Zwiebeln, Erbsen, Fenchel, Knoblauch
DillGurken, Möhren, Rote Bete, Kohl, Salat, Zwiebeln, ErbsenFenchel
ErbsenGurken, Fenchel, Radieschen, Rettich, Möhren, Salat, Zucchini, Kohl, KohlrabiBohnen, Kartoffeln, Knoblauch, Lauch, Tomaten, Zwiebeln
ErdbeerenBuschbohnen, Lauch, Zwiebeln, Knoblauch, Radieschen, Salat, Spinat, Borretschalle Kohlarten
FenchelGurken, Erbsen, Feldsalat, Salat, SellerieTomaten, Kohlrabi, Bohnen, Buschbohnen, Stangenbohnen (hemmt viele Pflanzen)
GurkenErbsen, Bohnen, Fenchel, Lauch, Kohl, Rote Bete, Salat, Sellerie, Zwiebeln, Dill, Knoblauch, BasilikumTomaten, Radieschen, Rettich, Kartoffeln, Zucchini
KartoffelnDicke Bohnen, Spinat, Kohlrabi, Kohlarten, Mais, Kümmel, Meerrettich, TagetesGurken, Erbsen, Zwiebeln, Kürbis, Rote Bete, Tomaten, Sellerie, Sonnenblume, Aubergine, Paprika
KnoblauchErdbeeren, Gurken, Möhren, Kürbis, Rote Bete, Tomaten, Rosen, ObstbäumeErbsen, Buschbohnen, Stangenbohnen, Kohl, Kohlrabi
Kohl (Kopfkohl)Tomaten, Buschbohnen, Stangenbohnen, Erbsen, Lauch, Mangold, Radieschen, Rhabarber, Rote Bete, Salat, Sellerie, Spinat, Dillandere Kohlarten, Knoblauch, Zwiebeln, Erdbeeren, Kohlrabi
KohlrabiGurken, Tomaten, Buschbohnen, Stangenbohnen, Erbsen, Kartoffeln, Rote Bete, Lauch, Radieschen, Salat, Sellerie, Spinat, Erdbeeren, Dillandere Kohlarten, Fenchel
KürbisStangenbohnen, Mais, Dicke Bohnen, Erbsen, Kohlrabi, Rettich, Zwiebeln, Salat, Sellerie, Kapuzinerkresse, RingelblumeKartoffeln, Gurken, andere Kürbisgewächse
Lauch (Porree)Gurken, Tomaten, Erdbeeren, Kohl, Kohlrabi, Möhren, Salat, SellerieBohnen, Erbsen, Buschbohnen, Rote Bete
MangoldBuschbohnen, Kohl, Möhren, Radieschen, RettichSpinat, Rote Bete
MöhrenTomaten, Zwiebeln, Lauch, Erbsen, Radieschen, Rettich, Salat, Mangold, Knoblauch, DillRote Bete, Pfefferminze
PaprikaTomaten (mit Abstand), Gurken, Möhren, Zwiebeln, Knoblauch, Basilikum, Petersilie, Spinat, Salat, RingelblumeFenchel, Aubergine, Kartoffeln, Erbsen, Bohnen, Rote Bete, Zucchini, Kürbis
PetersilieTomaten, Gurken, Radieschen, Zwiebeln, Rosenalle Salatarten, Sellerie, andere Doldenblütler
PhysalisSalat, Spinat, Bohnen, Kohl, Basilikum, Kapuzinerkresse, RingelblumeTomaten, Kartoffeln, Paprika, Aubergine, Fenchel
Radieschen/RettichTomaten, Mangold, Möhren, Lauch, Salat, Spinat, Buschbohnen, Erbsen, Kohlrabi, KapuzinerkresseGurken
RhabarberBuschbohnen, Kohl, Salat, Spinatkeine ausgeprägten
RosenkohlBuschbohnen, Erbsen, Salat, Spinat, Sellerie, Tomaten, Mangold, Kartoffelnandere Kohlarten, Knoblauch, Zwiebeln, Erdbeeren
Rote BeteGurken, Buschbohnen, Knoblauch, Zwiebeln, Kohl, Kohlrabi, Salat, Dill, BohnenkrautTomaten, Kartoffeln, Spinat, Mangold, Lauch, Stangenbohnen
Salat (Kopfsalat)Gurken, Erbsen, Erdbeeren, Radieschen, Rettich, Kohl, Kohlrabi, Lauch, Möhren, Rote Bete, Zwiebeln, Tomaten, Buschbohnen, DillPetersilie, Sellerie, Kresse
SchnittlauchMöhren, Tomaten, Erdbeeren, Rosen, ObstbäumeBohnen, Erbsen, Kohl
SellerieGurken, Tomaten, Buschbohnen, Stangenbohnen, Kohl, Kohlrabi, Lauch, SpinatKartoffeln, Salat, Mais, Petersilie
SpinatTomaten, Erdbeeren, Kartoffeln, Kohl, Kohlrabi, Radieschen, Rettich, Rhabarber, Stangenbohnen, Erbsen, BohnenMangold, Rote Bete
StangenbohnenGurken, Tomaten, Kartoffeln, Kohl, Mangold, Salat, Radieschen, Sellerie, Mais, BohnenkrautFenchel, Erbsen, Knoblauch, Lauch, Schnittlauch, Zwiebeln, Paprika, Buschbohnen
TomatenKohl, Kohlrabi, Buschbohnen, Petersilie, Salat, Spinat, Sellerie, Zucchini, Möhren, Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Basilikum, RingelblumeErbsen, Fenchel, Gurken, Kartoffeln, Rote Bete, Aubergine, Rotkohl
ZucchiniStangenbohnen, Zwiebeln, Mais, Basilikum, Borretsch, KapuzinerkresseGurken, Kürbis, Aubergine, Paprika
ZwiebelnGurken, Erdbeeren, Möhren, Rote Bete, Salat, Tomaten, Zucchini, Dill, BohnenkrautBohnen, Erbsen, Kohl, Kartoffeln, Lauch

Ein paar Kombinationen, die oft Fragen aufwerfen

Paprika ist eines der beliebtesten Beetgemüse und zugleich ein Starkzehrer. Sie harmoniert gut mit Möhren, Zwiebeln, Knoblauch und vor allem mit Basilikum, das ihr Aroma unterstützt und Blattläuse fernhält. Tomaten und Paprika lassen sich kombinieren, weil sie ähnliche Ansprüche haben, allerdings nur mit genügend Abstand und guter Düngung, da beide viele Nährstoffe brauchen. Meiden solltest du andere Nachtschattengewächse wie Aubergine und Kartoffel sowie wuchernde Kürbisgewächse.

Kartoffeln sind der Klassiker bei der Frage, was nicht nebeneinander gepflanzt werden sollte. Sie vertragen sich schlecht mit Tomaten, Gurken, Kürbis, Sellerie und Rote Bete. Gute Partner sind dagegen dicke Bohnen, Spinat, Kohlrabi und Kohlarten.

Kürbis, Mais und Stangenbohnen ergeben gemeinsam das berühmte Milpa-Beet, auch „drei Schwestern" genannt. Der Mais dient als Rankhilfe für die Bohnen, die Bohnen versorgen den Boden mit Stickstoff, und die großen Kürbisblätter beschatten den Boden und halten ihn feucht. Ein schönes Beispiel dafür, wie sich gute Nachbarn in der Praxis ergänzen.

Kräuter und Blumen als Helfer im Beet

Ein Permakultur-Beet lebt nicht nur vom Gemüse. Kräuter und Blumen sind oft die heimlichen Stars, weil sie Nützlinge anlocken und Schädlinge vertreiben.

Basilikum ist ein verlässlicher Partner für alle Nachtschattengewächse und Gurken. Dill unterstützt Gurken, Möhren und Kohl und lockt Bestäuber an. Petersilie passt gut zu Tomaten und Gurken, sollte aber nicht neben Salat, Sellerie oder andere Doldenblütler. Schnittlauch wirkt mit seinen ätherischen Ölen gegen Pilzkrankheiten und steht gern bei Möhren, Tomaten und unter Obstbäumen, verträgt sich aber nicht mit Bohnen, Erbsen und Kohl. Unter den Blumen sind Ringelblume und Tagetes besonders wertvoll: Sie halten Nematoden und andere Schädlinge fern und sind fast überall ein guter Nachbar. Auch Kapuzinerkresse lockt Blattläuse von den Nutzpflanzen weg.

Obstbäume und Beerensträucher: Gilden und Unterpflanzung

Das Nachbarschaftsprinzip gilt nicht nur im Gemüsebeet. Auch Obstbäume und Beerensträucher profitieren von guten Begleitern. In der Permakultur spricht man hier von Gilden, also Pflanzengemeinschaften rund um einen zentralen Baum.

Eine Apfelbaum-Unterpflanzung ist ein gutes Beispiel. Statt den Boden unter dem Baum kahl oder mit Gras zu lassen, das mit dem Baum um Wasser konkurriert, setzt du nützliche Begleiter: Kapuzinerkresse und Ringelblume locken Nützlinge an, Knoblauch und Schnittlauch beugen Pilzkrankheiten vor, Beinwell holt mit seinen tiefen Wurzeln Nährstoffe nach oben und liefert nebenbei Material für Jauche und Mulch, und Stickstoffsammler wie Lupine, Klee oder Bohnen verbessern den Boden. Auch Walderdbeeren eignen sich als Bodendecker.

Beerensträucher wie Johannisbeere und Stachelbeere sind pflegeleicht und passen gut in eine Baumgilde oder an den Rand des Gemüsegartens. Stachelbeeren profitieren von der Nähe zu Tomaten, denen man eine vorbeugende Wirkung gegen Mehltau nachsagt. Meiden solltest du den Standort direkt unter einem Walnussbaum, da dieser über die Substanz Juglon das Wachstum vieler Pflanzen hemmt.

Der Feigenbaum ist ein Starkzehrer mit flachem Wurzelwerk. Als Unterpflanzung eignen sich daher schwachzehrende, flach wurzelnde Kräuter wie Thymian, Lavendel oder Bodendecker, die dem Baum keine Nährstoffe streitig machen. Auf durstige Starkzehrer in direkter Nachbarschaft solltest du verzichten.

Für Bäume allgemein lässt sich festhalten: Erlen sind in direkter Nachbarschaft von Obstbäumen nützlich, weil sie Stickstoff sammeln, während Nussbäume eher hinderlich für Wachstum und Gesundheit der Obstbäume sind.

Permakultur-Beet anlegen: Hügelbeet, Hochbeet und Schichten

Bevor du nach Plan pflanzt, braucht es das passende Beet. In der Permakultur sind Schichtbeete besonders beliebt, weil sie den Boden lange mit Nährstoffen versorgen, ohne dass du umgraben musst.

Ein Hügelbeet baust du von grob nach fein auf: unten grobes Holz und Äste, darüber Laub, Grünschnitt und Rasenschnitt, dann Kompost und zuoberst feine Pflanzerde. Während sich die unteren Schichten zersetzen, geben sie über Jahre Nährstoffe ab und erwärmen das Beet leicht von innen. Ein Hochbeet funktioniert nach demselben Prinzip, nur in einer Umrandung, und ist ideal für kleine Gärten, Balkone oder rückenschonendes Arbeiten. Gerade im Hochbeet zahlt sich eine gute Mischkultur-Tabelle aus, weil der Platz begrenzt ist und jede Pflanze zählen sollte.

Die ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Anlegen findest du im verlinkten Grundlagenartikel zum Permakultur-Garten. Hier konzentrieren wir uns auf das, was anschließend ins Beet kommt.

Boden vorbereiten und dauerhaft bedeckt halten

Auch der beste Anbauplan nützt wenig, wenn der Boden nicht mitspielt. Halte ihn deshalb möglichst dauerhaft bedeckt. Dann brauchst du nicht stundenlang Unkraut zu jäten, denn ein bedeckter Boden bleibt feucht und lebendig. In den kälteren Monaten oder wenn noch keine deckenden Pflanzen vorhanden sind, hilft Mulchen aus Stroh, Hackschnitzeln oder getrocknetem Rasenschnitt.

Dünge ausschließlich natürlich: mit Gründünger, gutem Kompost, selbst angesetzten Jauchen oder Effektiven Mikroorganismen (EM). Diese nützlichen Mikroben beschleunigen die natürlichen Prozesse im Boden, machen Nährstoffe verfügbar und stärken die Pflanzen, ganz ohne die Gefahr einer Überdüngung. Bewährte EM-Präparate kommen vom Bio-Pionier MikroVeda, dessen Marke für Haus, Tier und Garten heute ProbiotiX heißt. Verzichte im gesamten Lebensraum auf chemische Substanzen, denn sie schaden Pflanzen, Mensch und Tier gleichermaßen.

Einige Pflanzen sind besonders fleißige Bodenhelfer. Beinwell und Lupinen etwa können unfruchtbare Erde über die Zeit in fruchtbaren Boden verwandeln. Bei der Anlage eines neuen Beetabschnitts lohnt es sich daher, im ersten Jahr zunächst solche Bodenverbesserer zu setzen und erst im zweiten oder dritten Jahr die eigentlichen Kulturen einzusäen. So lassen sich selbst Rasen- oder reine Sandflächen vorbereiten.

Mut zum Wildwuchs und etwas Geduld

So hilfreich Tabellen sind, die Permakultur lebt vom geduldigen, beobachtenden Auge. Es gibt keine starren Richtlinien, welche Pflanze an welchem Ort wachsen muss, denn Standort und Klima unterscheiden sich von Garten zu Garten stark. Genau deshalb haben wir in der Tabelle bewusst auf viele Wildkräuter, Stauden und Sträucher verzichtet.

Hab also Mut zum Wildwuchs. Viel von dem, was als Unkraut gilt, ist nützlich: Es verbessert den Boden oder hält die Feuchtigkeit. Achte nur darauf, dass stark wuchernde Pflanzen nicht überhandnehmen. Bei uns im Garten fühlen sich zum Beispiel Brennnesseln so wohl, dass sie andere Pflanzen verdrängen würden. Wir nutzen sie gern zum Kochen oder für Jauche, haben ihnen aber eigene, klar begrenzte Beete zugewiesen. Bei stark wuchernden Arten helfen Grenzen wie Wege oder Beeteinfassungen, damit sie nicht ins Nachbarbeet übergreifen. Entdeckst du Pflanzen, die nicht auf der Liste stehen, lass sie ruhig stehen und beobachte, wie sie sich mit den Nachbarn vertragen. Ein Permakultur-Garten ist voller Überraschungen.

Vom Beet auf den Teller: Selbstversorgung

Wenn du vielen verschiedenen Pflanzen einen Lebensraum bietest, kannst du sie am Ende auch für dich nutzen. Ein Permakultur-Garten ist nicht nur schön anzusehen und eine Chance für die Natur, sondern auch eine Quelle für deine Selbstversorgung, im kleinen wie im großen Rahmen. Je nach Beetgröße und Vielfalt versorgst du dich weitgehend selbst oder verdienst sogar etwas dazu.

Kreiere Rezepte oder haltbar gemachte Leckereien aus Obst, Kräutern und Gemüse. Du entscheidest, welchen Anteil du frisch verzehrst und welchen du einfrierst, einmachst oder anders verarbeitest. Mit einem hübschen Etikett versehen lassen sich solche Köstlichkeiten sogar verschenken oder verkaufen. Wichtig dabei: Verliere dich nicht in einer einzigen Zutat, sondern entwickle deinen Garten zu einem bunten Garten Eden, der fruchtbar, pflegeleicht, hübsch, wild, vielfältig und geduldig ist.

Fazit

Ein guter Anbauplan ist die halbe Ernte. Wenn du gute und schlechte Nachbarn berücksichtigst, Starkzehrer mit Schwachzehrern kombinierst und den Boden natürlich pflegst, entsteht ein Beet, das sich weitgehend selbst trägt. Nutze die Tabelle als Ausgangspunkt, beobachte deinen Garten aufmerksam und passe deinen Plan von Jahr zu Jahr an.

Wenn du deinen Boden von Anfang an natürlich stärken und das Bodenleben mit effektiven Mikroorganismen unterstützen möchtest, findest du die passenden Helfer in der Garten-Kategorie von Probiotix.

Häufige Fragen

Welche Pflanzen passen in der Permakultur zusammen? Pflanzen mit unterschiedlichem Nährstoffbedarf und unterschiedlicher Wurzeltiefe ergänzen sich am besten. Bewährte Kombinationen sind etwa Möhren mit Zwiebeln, Tomaten mit Basilikum oder das Milpa-Beet aus Mais, Kürbis und Stangenbohnen. Die Tabelle oben gibt dir für jedes Gemüse den passenden Überblick.

Welche Pflanzen eignen sich für Permakultur? Robuste, möglichst mehrjährige und pflegeleichte Arten sowie klassische Mischkultur-Gemüse. Dazu kommen Funktionspflanzen wie Beinwell und Lupine, Beerensträucher und Wildgehölze sowie Kräuter und Blumen als Helfer.

Was darf nicht nebeneinander gepflanzt werden? Vor allem eng verwandte Pflanzen, weil sie dieselben Krankheiten und Schädlinge teilen. Typische Beispiele sind Tomaten neben Kartoffeln, Aubergine neben Paprika oder Gurken neben Zucchini. Auch Fenchel hemmt viele Nachbarn.

Wie lege ich ein Permakulturbeet an? Bereite den Boden vor (zum Beispiel mit der No-Dig-Methode oder als Schichtbeet), halte ihn dauerhaft bedeckt und bepflanze ihn nach den Regeln der Mischkultur. Die vollständige Anleitung findest du im verlinkten Grundlagenartikel.